News vom 02.09.2009
Islands Schulden zwingen das Land zu kritischen Maßnahmen
Wie die „Zeit online“ am 31. August 2009 berichtete, hat sich Island aufgrund ausländischem Druck restlos verschuldet. Alles nur, damit britische und niederländische Sparer entschädigt werden können.
Bis zum Sommer 2008 gehörte Island noch zu den reichsten Industrieländern der Welt. Jedoch ist seit Oktober 2008 hier einiges in die Hose gegangen, dann viele der größten isländischen Banken kollabierten und die Wirtschaftskrise setzt auch in diesem Land, mit seinen 320.000 Einwohnern, ein. Innerhalb weniger Monate stieg die Staatsverschuldung auf schätzungsweise 200% des Bruttoinlandsprodukts an.
Daraufhin drückten Großbritannien und die Niederlande in Isländern einen Kredit auf, durch den der Schuldenbetrag nun auf ca. 240% des Bruttoinlandsproduktes anwachsen wird. Das schlimme daran: das Geld bleibt nicht in Island, denn die beiden EU-Staaten wollen die Milliarden umgehend wieder zurück haben. Hintergrund: nach dem Bankenkollaps fehlt das Geld um Anleger des isländischen Hochzinskontos „Icesave“, auszuzahlen.
Im Grunde genommen ist ein solcher Kredit gar keine schlechte Idee, denn immerhin gilt die internationale Vertragsfreiheit. Freiheit ist hier aber weit gefehlt, denn das isländische Parlament hat dem Kredit nur zugestimmt, da es keine andere Lösung des Problems sah. Um die eigene Position durchzusetzen, fehlt Island nicht nur die Kompetenz, sondern vor allem auch die Macht und die Zeit. Außerdem ist nicht mal klar, ob Island wirklich dazu verpflichtet ist, für die Verluste der Sparer einzustehen. Selbst in den europäischen Regelungen ist hierzu nichts zu finden, denn auf einen solch extremen Ausnahmenfall war auch die EU nicht vorbereitet.
Auch wenn Island noch nicht zu EU gehört, steht nun Europa in der Verantwortung. Durch den EU-Beitritt von Island könnte eine politische Stabilität und die Stärkung der Wirtschaft aufgrund von Neuverteilungen der Schulden möglich sein. Eine Maßnahme, die Island aus der schweren Krise helfen würde.



