News vom 15.12.2009
Fondsspezialist Dekabank verklagt Island
Wie das Handelsblatt in seiner Onlineausgabe gestern mitteilte, verklagt der Fondsspezialist Dekabank Island auf Schadensersatz in dreistelliger Millionenhöhe. Vor dem Amtsgericht in Reykjavik geht es darum, einen Teil der Investitionen in Millionenhöhe zurück zu bekommen. 2008 lockten hohe Renditen ausländische Investoren nach Island. Nach dem Zusammenbruch waren ein Großteil der Investitionen verloren. Island musste die drei größten Banken des Landes, Kaupthing, Glitnir und Landsbanki, verstaatlichen und um einen Staatsbankrott vorzubeugen, einen Milliardenkredit in Höhe von 3,2 Milliarden Euro von der EU in Anspruch nehmen. Im Okrober 2008 verabschiedete die isländische Regierung ein Notstandsgesetz, mir dem versucht werden sollte, Vermögenswerte in Form von Einlagen bei Banken zu sichern. Das Gesetz sieht vor, dass Gelder ins Ausland erst dann fließen dürfen, wenn inländische Forderungen beglichen worden sind. An dieser Stelle setzt die Klage der Dekabank ein . Durch die Bevorzugung inländischer Banken und Sparer sieht die Dekabank einen Verstoß gegen die Verfassung gegeben und ist auch nicht mit der Europäischen Menschenrechtskonvention vereinbar. Weitere Prozesse dieser Art könnten folgen und das Land mit nur ca. 320.000 Einwohnern noch weiter in die Kriese stürzen.



