News vom 06.02.2010
Verirrter Eisbär auf Island erschossen
Keine Gnade für einen gestrandeten, jungen Eisbären kannte man auf Island, so berichtet die Süddeutsche diese Woche auf ihrer Webseite. Von Grönland aus hatte sich das Tier ins 500 Kilometer entfernte Island verirrt. Da die Polizei eine Attacke des Raubtiers vermutete, erlegte sie kurzerhand den Bären.
Die Bäuerin Svanhvit Geirsdottir hatte auf einer Famrn am Thistilfjordur, einem Fjord im Norden von Island, eine unheimliche Begegnung. Rund 100 Meter trennten die Bäuerin und den Polarbären. Daraufhin rief sie die Polizei, die kurzen Prozess machte und den jungen Einsbären mit gezielten Schüssen erlegt.
Auch wenn die Aktion herzlos erscheint, gab es nach Angabe der Behörden keine Alternative. Ein Sprecher der Polizei erklärte gegenüber dem isländischen Rundfunksender RUV, dass es aufgrund der schwierigen Wetterbedingungen unmöglich gewesen war, das Tier lebend einzufangen. Die erschrockene Bäuerin berichtete in der isländischen Zeitung „Morgunbladid“, dass der Eisbär ziemlich klein und schrecklich zerzaust wirkte.
Auf Island kommen eigentlich keine Eisbären vor und doch wurden 2008 innerhalb weniger Wochen gleich zwei Eisbären angetroffen, die auf Eisschollen trieben. Sie kamen ebenfalls aus dem 500 Kilometer entfernten Grönland nach Island. Damals wurden die Tiere ebenfalls erschossen, da sie durch den Andrang von Schaulustigen in Panik verfielen und losstürmten. Tierschützer hatten damals vergeblich verlangt, die Tiere lebend in ihr natürliches Lebensgebiet zurückzubringen. Eisbären sind im gesamten arktischen Raum zu Hause und leben hier das ganze Jahr über auf dem Packeis und auf Eisschollen. Sie ernähren sich nahezu ausschließlich von Fleisch, zeigen kaum Scheu beim Kontakt mit Menschen und gelten daher als besonders gefährliche Raubtiere. Schätzungen zufolge gibt es nur noch 20.000 bis 25.000 Eisbären auf der Welt. Daher werden sie seit 2006 auf der Roten Liste der vom Aussterben bedrohten Tierarten geführt. Das Packeis schrumpft als Folge der Erderwärmung und damit auch der Lebensraum der Tiere.



