News vom 11.03.2010

Island will für die Bankenpleite nicht zahlen

Die isländischen Wähler haben mit mehr als 93 Prozent Neinstimmen gegen das Gesetz gestimmt, durch dass die Tilgung der Auslandsschulden, der pleitegegangenen Internetbank Icesave, vorgenommen werden sollte. Durch das Gesetz war geregelt, dass mehr als 3,5 Milliarden Euro, die britische und niederländische Sparer bei der isländischen Direktbank Icesave während der Finanzkrise 2008 verloren hatten, zurückgezahlt werden sollen. Die beiden Länder hatten die rund 400.000 Sparer inzwischen entschädigt, fordern aber jetzt das Geld von Island zurück. Pro Isländer belaufen sich die Schulden auf rund 11.000 Euro. Olafur Grimsson, Islands Präsident, hatte aufgrund der breiten Kritik an dem Rückzahlungsvorhaben, sein Veto gegen das vom Parlament verabschiedete Gesetz eingelegt. Damit wurde das Referendum erzwungen. Dies war die erste Volksabstimmung seit dem Island sich von Dänemark im Jahre 1944 gelöst hat. Wenn sich nun die Wogen eine wenig geglättet haben, soll eine neue Lösung für den Icesave-Konflikt gefunden werden. Der Inselstaat setzt dabei auf eine schnelle Einigung mit Großbritannien und den Niederlanden, so Finanzminister Steingrimur Siegfusson. „Es ist keine Sache von Tagen oder einigen Woche, aber es ist und wichtig, so schnell wie möglich eine Lösung zu finden“, sagte er in Gesprächen mit der Presse. Auch die Regierung in London signalisierte, dass sie bei den Zahlungskonditionen weiterhin flexibel reagieren wollen.

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