News vom 20.03.2010
Isländer rebellieren gegen Banken
Während alle Welt von Griechenlands Finanzkrise spricht, gilt ein ganz anderer Staat als
erstes echtes Oper der weltweiten Finanzkrise: Island.
Island hat Milliardenschulden – rund 11.000 Euro pro Kopf. Nun stimmen die Bürger in
Island ab: sollen die Gläubiger im Ausland entschädigt werden? Wenn ja, dann käme das sehr
teuer, wenn nein, dann würde das Land isoliert werden.
In der isländischen Zentralbank wurden zwei Männer mit zotteligen Bärten von Journalisten
gesichtet, die eher wie Popstars oder Penner aussehen. Eigentlich sind es aber brave Bürger
der Stadt, die einem Bartgelübde folgen – aus Protest gegen den extrem hohen Leitzins. Erst
wenn der Zinssatz der Zentralbank unter zehn Prozent sinkt, wollen sie sich wieder rasieren.
Die Geschichte der beiden ging sehr humorvoll zuende, denn Zentralbankchef Már
Gudmundsson lud sie ende Januar ein, um das kurzfristige Absinken des Leitzinses auf 9,5
Prozent zu feiern – inklusive publikumswirksamer Bartrasur.
Die isländische Machthaber wollen Volksnähe demonstrieren – ganz gleich wie. Nun lässt
sich das Volk nicht mehr ruhig stellen - die Isländer sind sauer, denn viele von ihnen haben
durch die Finanzkrise alles verloren.



