News vom 09.06.2010

Schockstarre in Reykjavik: Komiker wird neuer Bürgermeister

Jon Gnarr hat es mit seiner Spaßpartei „Beste Partei“ wirklich geschafft und ist nun der neue Bürgermeister von Reykjavik. Die Isländer verpassten der Regierung bei den Kommunalwahlen eine schallende Ohrfeige, indem sie den isländischen Komiker an die Spitze stellten. Island ist schwer von der Finanzkrise betroffen, da tragen die kuriosen versprechen von Gnarr in seinem ganz persönlichen „Wahlkamp“ wohl den Zahn der Zeit. Der 43-Jährige versprach seinen Wählern z.B. „kostenlose Handtücher in allen Schwimmbädern“ und „Eisbären im Zoo von Reykjavik“. Derartige Slogans begründete Gnarr damit, „dass die Stadt endlich eine bessere Hauptattraktion für Kinder bekommen müsse als den Aufbewahrungs-Spielplatz im örtlichen Ikea-Möbelhaus, während die Eltern einkaufen.“ - Das kam bei den Isländern an und Gnorr konnte einen Wahlsieg mit 34,7 Prozent für sich entscheiden. Er gilt als Synonym für den Protest gegen die Verantwortlichen für die in Island katastrophalen Folgen der Finanzkrise. Inzwischen ist bekannt, dass sich die Spaßpartei und die Sozialdemokraten auf eine Koalition geeinigt haben. Mit 19,1 Prozent ist die Partei von Ministerpräsidentin Jóhanna Sigurdardóttir nur die drittstärkste Kraft hinter der Spaßpartei und der konservativen Unabhängigkeitspartei (33.6 Prozent). Vielerorts wurde das Wahlergebnis aber auch als „Schock“ bezeichnet, vor allem von Ministerpräsident Sigurdardóttir. In der Spaßpartei sind vor allem zahlreiche Prominente aus Kultur und Unterhaltung tätig, die nach der Finanzkrise nun die isländische Parteienlandschaft umkrempeln wollen.

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Parlamentarische Republik Amtssprache: Isländisch
Hauptstadt: Reykjavík
Einwohnerzahl: ~313.376
Fläche: 103.125 km²
Währung: Isl. Krone
Zeitzone: UTC+0
Kfz-Kennzeichen: IS
Internet-TLD: .is
Telefonvorwahl: +354