News vom 26.06.2010
100 Tage nach der Aschewolke
Wochenlang war der Flugverkehr wegen Islands Aschewolke lahmgelegt, Schäden in Milliardenhöhe sind entstanden. Doch wie sieht es 100 Tage später aus?
Rikke Pedersen vom Vulkanologischen Institut in Reykajvik sagte „Wir haben nicht mal ein Datum für unsere Eyjafjallajökull-Abschlussparty, da kann noch viel passieren.“ Es sind nun 100 Tage seit dem Ausbruch des Gletschervulkans vergangen. Seit ziemlich genau einem Monat wurde keine Vulkanasche mehr in die Atmosphäre geschleudert.
Wochenland hatte die für Flugzeuge gefährliche Wolke von der Atlantikinsel den Flugverkehr über Europa lahmgelegt. Reisende und Fluggesellschaften wurden an den Rand des Wahnsinns getrieben. Selbst Bundeskanzlerin Angela Merkel konnte einige ungewohnte Erlebnisse auf Autobahnen quer durch Europa verbuchen. In der Zeit vom 15. bis 21. April fielen in Europa mehr als 100.000 Flüge aus. Studien belegen, dass der Gesamtschaden in die Milliarden geht.
Dass sich ein solches Drama in der nächsten Zeit wiederholen könnte, hält Institutschefin Pedersen aber für unwahrscheinlich. „Aber sicher ist das nicht. Wir haben den Ausbruch ja auch noch nicht für beendet erklärt.“ Bislang war der Vulkan unter dem Gletscher Eyjafjalla für sie und ihre Kollegen „sehr speziell und voller Überraschungen“. Daher kann keine sichere Vorhersage gemacht werden.
Etwas gutes hatte der Vulkanausbruch aber am Gletscherrand, wo die Bauern, Hotelbetreiber und Anwohner wochenlang mit der Vulkanasche kämpfen mussten: das Gras wächst jetzt grüner als je zuvor. Die Asche hat hier im Frühjahr noch als zusätzliches Düngemittel gewirkt, berichtete die Zeitung „Morgunbladid“.



