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News vom 07.07.2010

Behörden exhumieren Leiche von Bobby Fischer

Zweieinhalb Jahre nach dem Tod des exzentrischen Schachgenies wurde die Leiche von Bobby Fischer von den Behörden in Island exhumiert. Hintergrund ist eine Vaterschaftsklage, sodass nun eine Gewebeprobe entnommen wurde. Fischer soll der Vater der neunjährigen Jinky sein, deren philippinische Mutter einen Teil des Fischer-Erbes einfordert. Bobby Fischer war Anfang 2008 gestorben und fand bis jetzt auf dem Friedhof der Laugardälir-Kirche bei Selfoss seine letzte Ruhe. Der Polizeichef der Stadt Selfoss, Olafur Helgi Kjartansson sagte gegenüber der Presse: „Ich kann bestätigen, dass wir Bobby Fischers Leichnam heute exhumiert haben“. Damit die Würde des Toten weitestgehend gewahrt werden konnte, sei ein Pastor, der Gemeindevorstand und medizinisches Fachpersonal zugegen gewesen. Das Grab wurde umgehend nach der Entnahme einer Gewebeprobe wieder geschlossen. Durch die DNA-Probe soll jetzt auf Anordnung des Obersten Gerichtshofes von Island geklärt werden, ob Fischer tatsächlich Vater eines neun Jahre alten Mädchens namens Jinky ist. Diese Behauptung stellt ihre Mutter Marilyn Young von den Philippinen auf. Sie macht nun Ansprüche auf einen Teil des auf mindestens zwei Millionen Dollar (1,6 Mio. Euro) geschätzten Fischer-Erbes geltend. Bobby Fischer machte zu Lebzeiten mit seiner Genialität als Schachspieler Schlagzeilen. Aber auch seine Exzentrik und seinem an Verfolgungswahn grenzenden Argwohn brachten ihm immer wieder Schlagzeilen ein. Fischer bot mehr als einmal Anlass zu Kontroversen. In erster Linie weil er sich immer wieder antiamerikanisch und antisemitisch äußerte, obwohl er selbst Amerikaner jüdischer Herkunft ist. Wenige Jahre vor seinem Tode war Fischer isländischer Staatsbürger geworden. Er wollte so eine drohende Auslieferung an die US-Behörden wegen Steuerschulden verhindern. Im Jahre 1972 hatte er bei einem legendären Match gegen den sowjetischen Schachspieler Boris Spasski in Islands Hauptstadt Reykjavik den Weltmeistertitel erobert. Es gibt aber noch mehr Personen, die einen Anspruch auf das Erbe erheben: eine Japanerin, die mit Fischer verheiratet gewesen sein will, sowie zwei Neffen. Fischer war mit 64 Jahren an Nierenversagen gestorben und hatte zuvor jede ärztliche Behandlung abgelehnt.

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