Námafjall im Island-Lexikon

Eines der geothermisch aktivsten Gebiete Islands liegt nahe dem Mückensee. Es handelt sich um Námafjall. Beißender Schwefelgeruch, der aus mehreren Erdspalten dringt, empfängt den Besucher bei Annäherung. Die letzte dieser Spalten öffnete sich erst 1975. Im Hochtemperaturgebiet von Námafjall ergaben durchgeführte Bohrungen Temperaturen von 290 °C in knapp zwei Kilometer Tiefe. Mit der geothermischen Energie wird am Námafjall ein Kleinkraftwerk betrieben. Eine weitere Touristenattraktion liegt unweit des Námafjalls. Markierte Pfade führen durch das Gebiet von Hverarönd. Brodelnde Schlammpfuhle und dampfende Sulfatare zeigen auch dem Laien, um welch aktive Zone es sich hier handelt. Von Hverarönd zweigt eine ruppige Piste in nördlicher Richtung zum Kraftwerk Kafla ab und weiter mitten hinein in die riesige Caldera des Vulkans Kafla. Zu besichtigen ist unter anderem der Explosionskrater Víti in der Nähe der Kafla. Die Kafla gilt als besonders aktiver Vulkan. Mehrere schwere Ausbrüche in den Jahren zwischen 1724 und 1729 hatten das sogenannte „Mývatn-Feuer“ zur Folge. In der genannten Serie von Ausbrüchen entstand schließlich durch eine gewaltige Eruption der Krater Stóra Víti (große Hölle). Heute ist der farbenprächtige Krater mit Wasser gefüllt und gilt als erloschen. Im 18. Jahrhundert bildeten sich die Lavafelder von Eldhraun (am Mückensee) und Leirhnjúkshraun heraus. Im Laufe der folgenden 250 Jahre entstand unter dem Gebiet eine riesige Magmakammer, die das Gebiet heute nicht mehr zur Ruhe kommen lässt. Seit 1975 erschüttern Erdbeben immer wieder die Region. Die Kafla-Krater brachen seit 1975 mehrfach aus. Die spektakulärste Eruption fand 1984 statt, als die Kafla Lava bis in einhundert Meter Höhe ausspukte.


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