Natur im Island-Lexikon

Neben dem fast völligen Fehlen eines Waldbestandes ist die geringe Artenvielfalt an höheren Pflanzen auf Island auffällig. Es gibt überhaupt nur etwa 450 dieser Arten. Die Hälfte davon siedelte sich erst nach der letzten Eiszeit an. Die Gründe für die Artenarmut sind vor allem die exponierte Lage der Insel, die Vulkantätigkeit und die intensive Landnutzung der Einwohner nach der Erstbesiedlung.

Die ersten Siedler brachten zwar eine Reihe von Pflanzen mit auf die Insel, das eingeführte Vieh – es waren die ersten pflanzenfressenden Säugetiere, die die Insel in der Neuzeit überhaupt bewohnten – schadeten der Vegetation enorm. Nach dem drastischen Rückgang des Pflanzenbewuchses durch die intensive Viehwirtschaft kam es naturgemäß zur Bodenerosion und damit zur Windabtragung der fruchtbaren Bodenschicht. Zusätzlich zur Überweidung kam die fast vollständige Abholzung der Insel durch die Wikinger bereits im frühen Mittelalter. Zur Aufforstung wurde 1930 die Isländische Waldgesellschaft gegründet.

In über 70 Gebieten wurde mit der Neuanpflanzung begonnen. Erfolgreich verliefen vor allem Aufforstungsversuche mit der sibirischen Lärche. Im Gegensatz zu anderen Bäumen kommt sie auf den kargen Böden auch ohne künstliche Düngung aus. Als besonders günstig für die Aufforstung hat sich das Gebiet um Hallormsstadur im Osten Islands erwiesen. Hier herrschen neben relativ günstigen Boden- auch gute klimatische Verhältnisse.

Auf einem 2000 Hektar großen Areal wurden seit 1980 in einer Baumschule 50 verschiedene Gehölzarten angezogen, darunter 12 Laubholzarten. Außer in den Aufforstungsgebieten erreicht die Gehölzvegetation sonst meist nur Buschhöhe. Als wild wachsende Baumgehölze treten vor allem Moorbirken und Weiden auf. In diesen Vegetationsbereichen findet man neben einer dichten Krautschicht am Boden, diverse Pilzarten. Farbenprächtige Wiesen bilden die Vegetation an sonnigen Berghängen.

Neben den höheren Pflanzenarten existieren auf Island etwa 500 verschiedene Arten von Moosen und fast ebenso viele Flechten. Das Fjallgras, eine Flechtenart, ist mit seinem hohen Mineral- und Vitamingehalt sogar als essbare Pflanze begehrt. Flechten kommen in einer bunten Farbenvielfalt vor. Sie siedeln sich bevorzugt auf großen Steinen und an Felsen an.



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Parlamentarische Republik Amtssprache: Isländisch
Hauptstadt: Reykjavík
Einwohnerzahl: ~313.376
Fläche: 103.125 km²
Währung: Isl. Krone
Zeitzone: UTC+0
Kfz-Kennzeichen: IS
Internet-TLD: .is
Telefonvorwahl: +354