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Snæfellsnes im Island-Lexikon

Die Halbinsel Snæfellsnes ist Schauplatz vieler isländischer Sagas. Obwohl dieser Landesteil voller historischer Begebenheiten steckt, wird er von Touristen weniger deshalb besucht, sondern wegen des markanten hoch aufragenden vergletscherten Berg gleichen Namens. Der Gletscher Snæfellsnesjökull reicht in eine Höhe von 1446 Meter hinauf und überragt das Land weit sichtbar. Sogar vom 100 Kilometer entfernt liegenden Reykjavik kann man an klaren Tagen den glitzernden Gletscher sehen. Der Snæfellsnesjökull ist aber nicht nur wegen seines Aussehens berühmt geworden, und schon gar nicht wegen seiner Größe von nur 11 km², sondern vielmehr durch einen Roman von Jules Verne. In seinem Buch „Reise zum Mittelpunkt der Erde“ ist der Gletscher der Einstieg in das Erdinnere. In Wirklichkeit gibt es natürlich keinen Weg in die Tiefe. Der Gletscher überzieht einen Vulkankrater. Der Vulkan brach vor etwa 1700 Jahren aus und schuf den mächtigen Berg mit seinen drei markanten Spitzen. Nicht nur bei Jules Verne spielte der Vulkan eine wichtige Rolle. Auch der isländische Nobelpreisträger Halldór Laxness legt den Ort seiner Handlung im Roman „Christen am Gletscher“ in die Umgebung des Snæfellsnesjökull. Das klassische Werk des Isländers steckt voller Andeutungen auf außerirdische Wesen und übernatürliche Kräfte und setzt damit die Tradition fiktiver Handlungen am Berg fort, die Jules Verne begründete.

Die Anreise von Reykjavik auf die Halbinsel Snæfellsnes mit dem Auto ist über die Küstenstraße nach Norden möglich oder gleich auf dem ersten Wegabschnitt durch einen sieben Kilometer langen, 1998 neu erbauten und mautpflichtigen Tunnel. Der Tunnel verkürzt die Fahrstrecke erheblich. Er führt unter dem Walfjord (Hvalfjörður) hindurch. Von Reykjavik kommen, sollte man auf dem Weg zu Halbinsel Snæfellsnes nicht den Abstecher zum Wasserfall Glymur verpassen. Die Ringstraße verläuft am Fuß des Esja-Gebirges entlang. Am Ende des sich tief ins Land einschneidenden Walfjords liegt etwa eine Stunde Fußweg von der Straße entfernt der höchste Wasserfall Islands. Der Glymur stürzt fast 200 Meter in die Tiefe. Im Winter erstarrt er meist völlig zu Eis.

Auf der Nordseite des Walfjords erreicht man die Stadt Akranes. Die über 5.000 Einwohner zählende Stadt besitzt eine recht gute Infrastruktur. Neben Übernachtungsmöglichkeiten in Hotels und Pensionen gibt es Restaurants und Einkaufsmöglichkeiten für Touristen. Etwas weiter nördlich erreicht man die Stadt Borgarnes. Der Ort liegt nahe des Wohnortes des berühmten Saga-Helden Egill Skallagrímsson aus dem 10. Jahrhundert. Im kleinen Ort Borg steht eine Skulptur Egill Skallagrímssons, die der Künstler Ásmundur Sveinsson schuf. Wer sich etwas Zeit nimmt für die Fahrt nach Snæfellsnes, kann einen Abstecher ins Landesinnere machen. Man fährt durch das grüne Hügelland von Borgarfjörður. Bei Hraunfossar erreicht man den Fluss Hvítá. Eine Fußgängerbrücke überspannt den Fluß direkt am Wasserfall Barnafoss. Eines der größten Waldgebiete Islands liegt bei Húsafell. Hier gibt es auch ein großes geothermales Gebiet, welches die Schwimm- und Heißwasserbecken von Húsafell speist. Unter dem nahe gelegenen Lavafeld von Hallmundarhraun befindet sich Islands größte bekannte Höhle. Es handelt sich um die etwa 1,5 Kilometer lange Höhle Surtshellir, die besichtigt werden kann (Taschenlampe nicht vergessen). Von Húsafell aus gibt es in den Sommermonaten geführte Touren zur Höhle, die schon in der Zeit der Sagas bekannt war. Spuren menschlicher Behausungen können noch heute entdeckt werden.

Vom Walfjord kommend, erreicht der Autofahrer über die Route 54 schließlich die Halbinsel Snæfellsnes. Als erstes kommt man auf Snæfellsnes am 112 Meter hohen Krater Eldborg vorbei, der bei einem Vulkanausbruch vor mehr als 5000 Jahren entstand. Der Kraterrand lässt sich zu Fuß relativ leicht erklimmen. Die kleine Anstrengung wird durch einen herrlichen Rundblick belohnt. Die Straße führt weiter über den 310 Meter hohen Pass Kerlingarskarð. Im Winter befindet sich hier eines der Skizentren der Halbinsel. Auf der Südseite von Snæfellsnes erreicht man bald eine der vielen Mineralquellen. Auf dem Hof Ölkelda befindet sich die wohl bekannteste der Quellen. Im Südwesten der Halbinsel liegen die beiden kleinen Fischerdörfer Arnarstapi und Hellnar. An der Küste bei Arnarstapi kann der von der Natur geformte riesige Steinbogen und eine Höhle mit hervorragender Akustik (Sönghellir, zu deutsch Gesangshöhle) besichtigt werden. In der Nähe von Hellnar liegt eine Höhle, in der sehr schöne Farbeffekte zu bestaunen sind. Tausende Wasservögel nisten in den Klippen der Steilküste.

Den Gletscher Snæfellsnesjökull erreicht man von verschiedenen Seiten der Halbinsel. Der Gipfel lässt sich von Arnarstapi aus in etwa fünf Stunden erklimmen. Von Olafsvik aus, kann der Wanderer zunächst ein Stück mit dem Auto Richtung Gletscher fahren und dann zu Fuß weitergehen. Auch von hier aus dauert der Aufstieg fünf Stunden. Der Weg bis zum Gletscher bietet keine größeren technischen Schwierigkeiten, der höchste Gipfel ist aber ohne Kletterausrüstung kaum zu bezwingen. Über den Gletscher sollte man sich nur mit einer geführten Tour bewegen. Im Spätsommer reißen meist gefährliche Gletscherspalten auf.


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