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Tierwelt im Island-Lexikon

Ist die Vielfalt der höhern Pflanzen schon sehr spärlich, trifft dies für die Tierwelt noch viel mehr zu. Das einzige Landsäugetier, das vor der Landnahme auf Island lebte, war der Polarfuchs. Er ernährt sich hauptsächlich von Vögeln, Eiern und Beeren. Die meist an der Küste vorkommenden Tiere verschmähen aber auch Aas nicht. So fressen sie tote Robben und Fische. Vor den Küsten Island kommen eine ganze Reihe Meeressäugetiere vor. Dazu zählen mehrere Walarten (Grauwale, Zwergwale, Schwertwale), Delfine, Walrösser, Robben und Seehunde. Besonders Robben werden seit der Landnahme gejagt, nicht nur wegen ihres Fleisches und Fells, sondern auch um die Fischgründe der Küstengewässer vor übermäßiger Dezimierung zu bewahren. Eine große Seehundpopulation bevölkert Island. Die etwa 40.000 hier lebenden Tiere stellen fast 50% des Weltbestandes dar.

Während das Meer vor Island durch einen großen Artenreichtum geprägt ist, gibt es in den Binnengewässern der Insel nur fünf Fischarten. Diese treten allerdings in sehr großen Beständen auf. Besonders begehrt bei den Anglern sind Lachse, Forellen und Saiblinge.

Neben den Nutztieren (hauptsächlich Schafe und Pferde) brachten die Siedler auch eine große Plage mit auf die Insel, die Ratten. Der Bestand, der kaum durch natürlich Feinde dezimiert wurde, breitete sich schnell über die ganze Insel aus und nahm zahlenmäßig rasch zu.

Das Islandpferd wird reinrassig seit über 1000 Jahren gezüchtet. Dank eines strengen Einfuhrverbotes erfolgte keine Vermischung mit anderen Pferderassen. Das Islandpferd verfügt als einziges über die besondere Gangart Tölt. Trotz seines geringen Stockmaßes von nur 135 cm gehört die Rasse nicht zu den Ponys sondern zu den Kleinpferden. Es ist sehr robust und ideal an die rauen Umweltbedingungen seiner Umgebung angepasst. Neben dem strengen Einfuhrverbot für Pferde existiert noch eine andere Besonderheit. Ein einmal exportiertes Islandpferd darf auch nie wieder eingeführt werden. Diese einschneidende Vorschrift hat zur Folge, dass auch Pferde, die bei ausländischen Turnieren starten, für die Zucht unweigerlich verloren sind.

Die Pferde wachsen in den ersten vier bis fünf Jahren in freier Wildbahn auf. Erst danach werden sie zugeritten. Die Tiere sind recht langlebig und erreichen ein Alter von bis zu 25 Jahren. Die guten Eigenschaften der Pferde machen sie auch in anderen Ländern beliebt. Vor allem als Arbeitstiere wurden sie im 18. und 19. Jahrhundert in den englischen Kohlegruben genutzt. Auch bei Grönlandexpeditionen kamen die sehr wetterfesten Tiere schon zum Einsatz. Heute werden die Islandpferde meist nur noch von Freizeitreitern gehalten. In Island werden jährlich Wettkämpfe durchgeführt. Der Höhepunkt solcher Reitturniere ist das Landsmót.

Island ist aus Sicht der Fauna vor allem ein Vogelparadies, allerdings nicht unbedingt im Hinblick auf die Artenvielfalt, sondern vielmehr hinsichtlich der Anzahl der brütenden Vögel. Die beiden berühmtesten isländischen Vögel sind der Gerfalke und der Papageitaucher, ein beliebtes Fotomotiv der meisten Islandurlauber. Die ausgezeichneten Flugeigenschaften machten den Falken schon im Mittelalter als Jagdfalken begehrt.

Wie der Falke steht auch der Seeadler, dessen Population allerdings sehr gering ist, unter Naturschutz. Seeadler nisten im Nordwesten Islands und können mit etwas Glück bei einem Ausflug in die Westfjorde beobachtet werden. Ein dritter Greifvogel, der relativ häufig auf Island angetroffen werden kann, ist der Merlin. Zwei Eulenarten kommen auf Island vor, die Schneeeule und die Sumpfohreule. Das weit verbreitete Schneehuhn wird von den Isländern gern gejagt und dient den genannten Greifvögeln als Beute. Der Bestand ist aber trotzdem recht hoch. Ein Vogelparadies ist der Mückensee (Mývatn) im Norden der Insel. Hier nisten jährlich über 15.000 Enten.

Islands größter Vogel ist der Singschwan, der an den Seen am Rande des Hochlandes nistet. Die Eiderenten brüten vorzugsweise an der Westküste. Ihre Daunen spielen noch heute eine wichtige wirtschaftliche Rolle. In den Westfjorden und an den der Küste vorgelagerten Inseln gibt es richtige Vogelfelsen, die von Nistplätzen der Seevögel regelrecht übersät sind. Hier lassen sich besonders gut die bunten Papageitaucher beobachten, die ihre Brutröhren in den Gipfelbereichen der Klippen und Felsen in den Boden graben. Bis ins 20. Jahrhundert spielten die Seevögel eine wichtige Rolle für die Nahrungsversorgung der Isländer. Möwen und Alken wurden zum Verzehr gefangen, ebenso wurden die Eier der Seevögel gern gegessen. Schließlich diente auch der Tran der Vögel als Brennstoff im Winter.

An der Südküste Islands lebt die Große Raubmöwe. Ihr Name resultiert aus der Tatsache, dass sie anderen Vögeln die bereits gefangene Beute abjagt. Ein anderer sehr angriffslustiger Vogel ist die Küstenseeschwalbe. Dieser wehrhafte Vogel ist bekannt für die Verteidigung seiner eigenen Nistplätze.



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Parlamentarische Republik Amtssprache: Isländisch
Hauptstadt: Reykjavík
Einwohnerzahl: ~313.376
Fläche: 103.125 km²
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Kfz-Kennzeichen: IS
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